Mittwoch, 25. Februar 2009

Sozialismus, Hoehlenforschung und Geschichtsunterricht- Vietnam

Holladrioeh y'all !
Wie die Ueberschrift schon vermuten laesst haben wir ein weiteres Land hinter uns. Vietnam!
Obwohl die genannten 3 Dinge nicht die einzigen Dinge sind mit denen wir in Vietnam in beruehrung kamen, muss man sagen das wir definitiv auch ein bisschen mehr Zeit dort haetten verbringen koennen/sollen.
Um Kambodscha nicht zu vernachlaessigen haben wir uns aber etwas beeilt, und sind von Laos aus im Norden direkt nach Hanoi, zur Kueste rueber, und mit ein paar Stops Schnurstracks nach Saigon ganz im Sueden Vietnams.
Dann ging es auch schon nach Kambodscha, wo wir uns im Moment befinden, aber dazu dann in ein paar Tagen.

Angefangen haben wir unsere "Vietnam Erfahrung" etwas misstrauisch, da schon die Einheimischen in Laos, dem um es nochmal zu betonen aermsten Land Suedostasiens, Dinge gesagt haben wie: "Vietnam? Was wollt ihr denn da? Die klauen einem doch die Schuhe von der Haustuer weg".
Wir waren also auf eine gehoerige Portion Gaunertum gefasst, und Zack, kurz hinter der Grenze ging es auch schon los.
Wir hatten einen eher unkoventionellen Grenzuebergang gewaehlt, und sahen uns mit einer handvoll anderen Leuten nach ein paar Schritten auf vietnamesischem Boden mit einem gierigen Busfahrer konfrontiert, der, natuerlich nur von uns touris, 30 US$ die Nase wollte nur um uns die Strecke nach Hanoi zu fahren. (Normalerweise kostet so eine Busfahrt hier ca. 4-5 Dollar). Wiederwillig gaben wir nach, da es scheinbar echt der einzige Bus, und der auch nur alle 2 Tage ueberhaupt im Einsatz war.
Nunja die klapprige Busfahrt war der Horror, dauerte ewig, und wenn ich auch nur noch eine weitere Stunde das an Beklopptheit grenzende Gehupe des Busfahrers auf seiner Hupe Kategorie ''Oeltanker" haette ertragen muessen waehre ich lachend in eine Bambusspiessfalle gesprungen.
Ein kleiner Trost waren zwar die Aussichten auf Reisplantagen und Vietnams wunderschoene Natur die wir zwischendurch hatten aber trotzdem war es schlimm und ich habe mir ne dicke Erkaeltung eingefangen.
Die Fenster waren kaputt und man hatte das Gefuehl man sitzt in einer VW Testanlage fuer Windwiederstand..
Der Rest unseres Trips lief glimpflicher ab, und nachdem ich mich in Hanoi ein wenig von meiner Erkaeltung erholt hatte, ging es direkt an die Kueste nach Halong Bay.
Hanoi war uebrigens recht nett, allerdings war das Gehupe mit dem die Vietnamesen im Strassenverkehr so ziemlich alles ersetzen was man in der Fahrschule lernt manchmal recht stressig, und an den Strassenverkehr auf groesseren Strassen mussten selbst Sebastian und ich als "Suedostasien-Veteranen" uns noch gewoehnen.
Naja, zurueck nach Halong! Halong bedeutet "Drache der runterfliegt und dort dann bleibt" wie uns unser Vietnamesischer Tourguide mit diesen Worten erklaerte.
Tourguide?
Naja nach Halong faehrt man um die unzaehligen Inseln zu sehen die vor der Kueste liegen, und um auf den ruhigen gewaessern Kanu zu fahren usw., und das geht am besten mit ner Tour.
In unserem Fall bedeutete das: 50 Dollar fuer 3 Tage und 2 Naechte in und auf Halong Bay (Eine Nacht auf dem Boot-recht luxurioes) mit Vollverpflegung und Touri Programm.
Senait und Sarah waren auch dabei, 2 Schwedinnen die wir in Laos ge- und in Hanoi wiedergetroffen hatten. War ganz lustig das ganze, und hat sich auf jeden Fall gelohnt.
Von Halong aus sind wir dann per Schlafbus- in diesem Fall ein klimatisierter Bus voller Betten-die Kueste runter nach "Hoi an" und dann weiter nach Hue gefahren.
Beide Staedte waren ganz nett, jedoch hoechstens aufgrund ihrer Geschichte und besonders in Hue, den huebschen alten Haeuschen und Strassen aussergewoehnlich. Mal abgesehen natuerlich von den spektakulaeren Tempeln, der interessanten Kultur, dem Wetter, den tollen Preisen und den diversen anderen Dingen die Suedostasien so aussergewoehnlich machen und von denen wir bereits berichtet haben :-)
Wir sind jedenfalls dann auch recht schnell weiter nach Saigon, und haben uns dort die Stadt angesehen, inklusive dem alten Regierungsgebaeude der Suedvietnamesischen Regierung, als es sie noch gab.
Die Tour war recht interessant, da das Gebaude immer noch im dem Zustand war in dem es damals nach Sieg der Nordvietnamesen seine Funktion verlor. Wir haben es uns auch nicht nehmen lassen, uns das Tunnelnetzwerk der Vietcong anzuschauen, welches von Kambodscha bis fast nach Saigon reichte, und einem eine gute Idee fuer die gewieftheit der Nordvietnamesischen Armee im Krieg vermittelte.
Es war wirklich ausserordentlich interessant, und man sollte den Hut ziehen vor diesen Menschen, die es Geschafft haben u.a. mit primitiven Mitteln und durch ausgekluegelte, selbst gebuddelte Untergrundsysteme die US Armee in Schach zu halten und letzendlich zum Rueckzug zu bewegen!
Wir durften natuerlich auch einmal durch so einen Tunnel kriechen, und es war definitiv trotz vorheriger Tunnelvergroesserung fuer dicke Touri Hintern ein recht klaustrophobisches Erlebnis! Anschliessend haette man noch mit so ziemlich jeder Waffe rumschiessen koennen die im Vietnamkrieg so eingesetzt wurde, inklusive schwerer Maschinengewehre etc. aber das war uns ein wenig zu teuer und den Muendungsqualm nicht wert. (Spaeter dann doch noch, aber das kommt noch ;-))
Wir haben bei diesen Gelegenheiten natuerlich viel ueber den Krieg gelernt, und auch ein paar interessante Fakten von denen wir euch dann zuhause erzaehlen koennen!
Von Saigon, auch Ho Chi Minh City genannt, haben wir dann einen Bus genommen der uns direkt nach Phnom Penh fuhr, der Hauptstadt Kambodschas!
Das wars dann auch schon wieder fuers erste, und ich koennte euch bestimmt noch mehr ueber Vietnam erzaehlen, jedoch muessen wir morgen um 5 Uhr raus um uns die beruehmten Tempel von Angkor Wath anzuschauen.
Wir melden uns dann aus Bangkok wieder mit dem Kambodscha Bericht!
Bis dahin macht es gut und kommentiert fleissig,

Marco


Reisplantagen-sehr huebsch anzuschauen manchmal.
Arbeiten moechte man dort jedoch nicht denke ich :-)


Lecker schleimigen Aal? Lecker Krebse?
Die Krebse werden u.a. so wie sie sind (also lebendig) zu einer Paste gestampft,
die dann mit Salat konsumiert wird. Das Wiederlichste an dem ich je in meinem Leben gerochen hab!

Mit einer herkoemmlichen EC-Karte
und dem entsprechenden Automaten wird man in
Vietnam schnell zum Dong-Millionaer :-)


Hanoi


Ja, jeder durfte mal Ananas tragen in Hanoi


Natuerlich wollten die netten Damen hinterher ein paar Dongs von uns,
fuers Foto machen mit ihrem Ananas Verkaufsequipment.Und das obwohl es zuerst noch hiess "make picture! no pay money, no pay money" :-)



auf Halong Bay
mit (v.L.) Sarah und Senait


Halong Halong


Sind das noch Stalaktiten?
Man weiss es nicht, aber es war auf jedenfall abgefahren.
(Hoehle auf Halong Bay)


Halong


Ein Bewohner von Monkey Island-Halong



Monkey Island Strand-Halong


Es gibt viele seltsame Fruechte in Suedostasien!
Die meisten schmecken unsagbar gut, und manche eignen sich sogar fuer sowas hier :-)




Halong



Hoi An- Tagestrip mit Motorbike Chauffeur
Einer der Orte zu denen wir gefahren wurden



Hier nochmal in/um Hoi an-Motorbike Trip.
Helmpflicht gibts auch in Vietnam!


Das alte Regierungsgebaeude der Suedvietnamesischen Regierung in Saigon.
Von Franzosen errichtet, zerstoert worden, wieder aufgebaut worden, zerbombt worden,
restauriert worden, und nun offen fuer Besucher und Touristen.


Ein Chinesischer Panzer vorm Regierungsgebaeude. Mit diesem Typ wurde damals Das Gelaende beim Fall von Saigon gestuermt. Der Echte steht in Hanoi im Militaermuseum.




Einen US-Kampfjet haben sie auch dort hingestellt.


Ein Zugang zum Vietcong Tunnelsystem-
Passt ein Europaer da durch?


Ja tut er! In diesem Falle Sebastian. :-)


Ein alter US Panzer-durch Nordvietnamesische Minen zerstoert.


Diverse Fallen des Vietcong. Sehr grausam und sehr gewieft!


Hier gehts in die Tunnel-in diesem Falle wurden sie etwas fuer Touristen vergroessert.
Die original Tunnel waren 40X60 Zentimeter gross. Da wuerde unsereins wohl fast ueberhaupt
nicht durchpassen.

Sonntag, 15. Februar 2009

Laotische Verhaeltnisse

Sehr geehrte Blogleser und Leserinnen,

wieder einmal haben wir ein Land hinter uns, Laos!
Laos.... fuer uns das beste Land Suedostasiens bisher. Denn in Laos ist alles anders.
Es ist ein sehr freundliches Volk, ohne ausnahmen, stressfrei, immer hilfsbereit und
ueberhaupt nicht touristisch ueberlaufen, wie alles andere bisher.
Da fuehlt man sich noch wie ein richtiger Backpacker.
Das reisen ist langsam, sehr langsam, z.B. fuer 120km braucht man 4 Stunden.
Entspricht einer Reisegeschwindigkeit von gut 40km/h!!!
Die meissten Strecken werden in grossen Tuk-Tuk's zurueckgelegt,
die hier als Busersatz fahren. Was nicht heissen mag das die weniger Transportieren koennen, wir haben alles gesehen, von so vollgestellten Fussrauemen, das man selten seinen fuss fuer 4stunden bewegen konnte, bis zu aufs dach gebundene Ziegen und Moped's. Die Sitzbaenke bieten normalerweise Platz fuer 8Personen, normal war aber 15 bis 16 mitzunehmen, 4 standen grundsaetzlich hinten (ob die das gleiche bezahlten wie ein Sitzplatz!?!?!) und der rest rueckte einfach zusammen, irgendwie wurde schon alles arrangiert und wie gesagt,freundlich sind sie ja, die Laoten, als Falang ( was "fremder" heisst) wurde einem immer ein Sitzplatz geboten, staendig ging essen durch den Bus, von Fruechten bis geroesteten Fledermaeusen.




Einladend dieses Frisoersalon, oder nicht!?!?



Aussenansicht ;)



Innenansicht ;)

Ein normaler Handelstag, im Fischgeschaeft


Freundliche Laoten, kurz vor der Abfahrt

und da sind wir auch schon im Bus, der Mann in der Mitte hockt auf einem kleinen Hocker, spaeter waren wir sogar sechs in dieser Reihe :)


Ein ganz normales Laotisches Dorfhaeusken




Also, nach Vientiane sind wir erstmal nach Vang Vieng, der Backpacker Ort schlecht hin.
Und das alles nur, wegen des Tubings. Funktioniert so, man bekommt einen grossen Gummischlauch, wird etwas Flussaufwaertz gebracht, setzt sich darein und laesst sich von der Stroemung treiben, bis eine der zahlreichen Bars einen an Land zieht und Alkohol serviert zu lauter Partymuke. Und dann wird mit ca. 300 Mann gefeiert! Es war glaub ich der beste Tag in Laos :)


Sonnenuntergang in Vang Vieng


da fliegt einer uebers Ziel hinaus :)


Wer findet Martin!?!?! Und wo ist mein Eimerchen???

Erfolgreiche Tuber :)


Der bekam lekkeres aus dem Eimerchen


Weiter ging es nach Norden bis LuangPrabang, der kleine malerische Ort, eine Mischung aus einem kleinem Franzoesischen Fischerdorf und einer Buddistischen Tempelstadt.


so mischt man Buddismus mit Frankreich, recht gelungen muss ich sagen!!!

Von da aus sind wir Oestlich gezogen, Sam Neua, um uns die Hoehlen von Vang Xia anzuschauen.
Denn da haben sich die Laosfuehrer im Vietnam Krieg mehr oder weniger erfolgreich versteckt.
Laos ist leider das auf Erden meist bebomte Land, weil die Amis die Vietcongs dort vermutet hatten. Die Landschaft ist wunderschoen, und das dazugehoerige Dorf... nun ja, sie leben vor sich hin, ohne auch was von der Aussenwelt mitzubekommen. Es war ein tolles Gefuehl dort, frei von Zeit und allen westlichen Werten.




Der Ausblick vom Bunker



die Felsbrocken entstanden durch das heftige Bombardement der Amis


welch ein Verschlafenes Nest

Ist es nicht wunderschoen, dieses Laos!?!?

kleine Laoten ;)


So lieb ich mein Laos, ruhig und gediegen :)



Und so ging es auch schon auf, nach Vietnam.


Sabadee...
und viele Gruesse ins Deutschland.

Hab euch lieb, schreibt weiter fleissig Kommentare, vielen dank meiner tollen Family fuer all die Unterstuetzung und bis demnaechst


Basti